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San Pedro (Echinopsis pachanoi)

ist ein Kaktus, der in den Andenhängen Ecuadors und Perus heimisch ist. Es ist der südamerikanische Cousin von Peyote und enthält vor allem das psychoaktive Alkaloid Meskalin. Ich behaupte nicht, ein Schamane zu sein. Ich habe nur eine Methode gelernt, um ihn für den Verzehr vorzubereiten, und habe mittlerweile einige Erkenntnisse über seine medizinale Verwendung, die ich hier gerne teilen möchte.

In den letzten Jahren hat das Interesse an Ayahuasca und an San Pedro explosionsartig zugenommen. Diese Pflanzen kommen in Ecuador, Peru und Columbien wild vor. Verschiedene DMT-haltigen Begleitpflanzen wie Chakruna wachsen nicht weit entfernt. Während die Ayahuasca-Liane und Chakruna eher Tiefland-Amazonas-Arten sind, bevorzugt San Pedro die mittelhohen Täler und Hänge auf beiden Seiten der Anden. In Quechua heißt er Huachuma (auch Wachuma). San Pedro ist aber der koloniale Name.

Wie Ayahausca wird San Pedro seit Tausenden von Jahren zu Heilzwecken und zum Öffnen von Türen in den Herzen der Menschen verwendet. Erst kürzlich haben diese Pflanzen ihren Weg zu einem breiteren Publikum in fernen Ländern gefunden. Die meisten Menschen konsumieren San Pedro im Rahmen einer gemeinsamen Zeremonie, die normalerweise von einem Zeremoniemeister durchgeführt wird – oft weit außerhalb seiner Heimat. Ich habe den Kaktus in meinem Garten und kann ihn wild ernten.

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Ernten und verarbeiten von San Pedro

• Der erste Schritt besteht darin, die Stacheln aus dem Kaktus zu entfernen. Verwenden Sie dazu die Spitze eines kleinen Messers. Entfernen Sie jede Wirbelsäule nacheinander.
• Der zweite Schritt besteht darin, die dünne, halbtransparente Wachsschicht der Haut zu entfernen, die den Kaktus umgibt. Es ist fast so, als würde man abgestorbene Haut entfernen, die sich nach einem Sonnenbrand ablöst – was ich nur sage, um zu veranschaulichen, wie dünn diese Schicht ist und wie sie am besten entfernt wird. Verwenden Sie ein Messer, um unter diese dünne Schicht zu gelangen und sie abzuziehen. Sie brauchen diese nicht für Ihr Gebräu.
• Sobald die wachsartige Haut entfernt ist, wird eine Schicht nassen grünen Fleisches vollständig freigelegt – und genau das möchten Sie. Diese Schicht aus grünem Fleisch erstreckt sich nur wenige Millimeter tief. Unter dem grünen Fleisch befindet sich eine Schicht aus weißem Fruchtfleisch. Verwenden Sie ein Messer, um die grüne Schicht zu entfernen, aber nicht die weiße Schicht. Wenn Sie einen Teil des weißen Fruchtfleisches mit abschneiden, und das ist in Ordnung. Das weiße Fruchtfleisch kann aber die Übelkeit verstärken. Fast das gesamte Meskalin ist im grünen Fleisch gespeichert. Versuchen Sie, das Grün zu bekommen.

Am Ende dieses Vorgangs haben Sie Bahnen von grünen Kaktusscheiben.

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Trocknungsvorgang

• Legen Sie diese Streifen jetzt auf Papierbahnen in der Sonne aus und lassen Sie diese an der Luft trocknen. Die Kaktusstreifen rollen sich beim Trocknungsvorgang wie Schlangen ein. Das ist ein gutes Zeichen. Sie dürfen nicht schimmeln, deshalb wenden Sie jeden Streifen täglich.

Wenn sie – ca. nach einer Woche – richtig hart und trocken sind, und sich leicht brechen lassen, sind sie fertig für die weitere Verarbeitung.

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Vorbereitung

Raspeln Sie nun jeden Streifen in Stückchen und stößeln Sie die Stücke mit einem Mörser fein. Danach sieben Sie alles durch ein Sieb. Je pulvriger und feiner das Endergebnis ist, um so effektiver läßt sich später das Mescalin herauslösen. Das Mörsern und Reiben ist eine schöne Meditation und der Zeremoniemeister hat uns ein Lied gelehrt, welches wir schon von Anfang an bei der Verarbeitung von San Pedro rezitiert haben.

“San Pedrito, San Pedrito, ayudame a subhir,
Con tus llaves, con tus llaves
las puertas se van abrir”.

ÜBERSETZUNG:
San Pedrochen, San Pedrochen, hilf mir aufzusteigen,
Mit deinen Schlüsseln, mit deinen Schlüsseln, werden sich die Tore öffnen

Wir haben ca. 2m eines dicken 7- “gesichtigen” San Pedro verwendet und ca 230g feines Pulver in 3 Tagen gewonnen.

Verarbeitung zu Öl

Die weitere Verarbeitung entsteht in der Küche: Man bereitet ein Marienbad vor, indem man einen Topf halb mit Wasser zum Kochen bringt und in den Topf ein Gefäß mit reinem Sonnenblumenöl (oder ein anderes Wunschöl) stellt und zum Erhitzen bringt. Ins warme Öl gibt man langsam das Pulver, bis es gesättigt ist, d.h. nichts mehr aufnimmt. Bei uns war es ca 1/2liter für 100g Pulver. Es wird sofort vom warmen Öl aufgenommen. Immer auf kleiner Hitze lassen, sieden, bzw. aufköcheln, und immer wieder umrühren. Eine Schlacke bildet sich mit der Zeit, die immer fester wird, und das Öl darüber färbt sich immer grüner.
Dieser Vorgang dauert 2 Tage. Es macht nichts aus, wenn das Gebräu einmal erkaltet ist, dann einfach am nächsten Tag wieder aufwärmen. Kochen darf nur das Wasser im Topf, in der das Öl/Pulver Gefäß steht.

Nach 24h das erste Öl abgießen, aber noch einen Tag weiterköcheln. Das Gebräu wird immer fester, bis es zur Schlacke wird. Immer wieder das Öl abgießen, und Rühren, bis nach 48h so gut wie kein Öl mehr in der Schlacke ist.

Dieses gewonnene Öl ist Gold wert!
Ich verwende es innerlich und äußerlich auch in Cremes an. Bei Tumoren, Gefäßverengungen, Blutergüssen, oder auch bei Krebs.